Projekt SPO & Stiftung Patientensicherheit

Projekt mit FMCH, SPO und Stiftung Patientensicherheit

Für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung

Die FMCH setzt sich neben standes- und gesundheitspolitischen Themen für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung ein. Dabei geht es nicht nur um die Rahmenbedingungen von Aus- und Weiterbildung von Ärzten, die Infrastruktur und die Arbeitsbedingungen, sondern auch um die wahrgenommene Leistung gegenüber den Patienten.

Im Jahr 2020 führte die Schweizerische Patientenorganisation (SPO) im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit (BAG) eine Studie durch, um die Erfahrungen und Bedürfnisse von Patienten im Schweizer Gesundheitssystem zu beleuchten. Die Studie mit dem Titel “Quality through patients’ eyes” untersuchte, wie Patienten selbst “Qualität” in der Medizin definieren.

Diese explorative Studie zeigte, dass die empfundene Qualität einer medizinischen Behandlung nicht in allen Patientengruppen gleich definiert wird. Patienten mit akuten Erkrankungen fokussieren auf den medizinischen Behandlungserfolg, während bei chronischen Krankheitsbildern das ärztlich-patientenbezogene Miteinander im Vordergrund steht. Dies lässt sich laut den Autoren der Studie dadurch erklären, dass bei chronischen Erkrankungen das Verhalten und die Compliance der Patienten den Krankheitsverlauf stark beeinflussen. In solchen Situationen ist ein Patient stärker darauf angewiesen, in seiner Gesamtheit, biomedizinisch und psychosozial, als Körper und als Person behandelt und betreut zu werden.

Die FMCH, die SPO sowie die Stiftung für Patientensicherheit arbeiten gemeinsam an einem Tool zur Optimierung der Patientenaufklärung, um ein gemeinsames Verständnis und Vertrauen zwischen Arzt und Patient zu stärken.

 

Ein zweiseitig abgestütztes Aufklärungsprozedere bringt sowohl für Ärzte als auch für Patienten zahlreiche Vorteile:

  • Verbessertes Patientenverständnis: Durch eine strukturierte und umfassende Aufklärung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten die Informationen richtig verstehen und relevante Fragen stellen können.
  • Geringeres Risiko von Missverständnissen: Missverständnisse zwischen Arzt und Patient, die zu Fehlbehandlungen oder Unzufriedenheit führen können, werden minimiert.
  • Gestärktes Vertrauensverhältnis: Eine Aufklärung mit einheitlichen, wiederkehrenden Inhalten trägt zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen Arzt und Patient bei, was wiederum die Behandlungs-Compliance und die Patientensicherheit verbessern kann.
  • Effizientere Arzt-Patienten-Kommunikation: Einheitliche und bedürfnisbezogene Prozesse sparen Zeit und ermöglichen es den Ärzten, sich individueller auf die Patienten einzustellen.
Die FMCH und die SPO setzen sich für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung ein, die sowohl die Bedürfnisse der Patienten als auch die Interessen der Ärzte berücksichtigt. Ein einheitliches Aufklärungsprozedere kann dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Arzt und Patient zu verbessern, das gegenseitige Verständnis zu fördern und letztendlich die Behandlungsergebnisse zu optimieren.